Muskeldystrophie beim Landseer (UCMD)

Durch ein abgeschlossenes Forschungsprojekt der Uni Bern konnte die Ursache für diese Erbkrankheit identifiziert und im letzten Jahr ein Gentest entwickelt werden, mit dem Anlageträger eindeutig festgestellt werden können. Betroffene Landseer zeigen , im Gegensatz zu Anlageträgern dieser Mutation demnach eine fortschreitende Muskelschwäche, die bereits mit 8-12 Wochen sichtbar wird. Die Erkrankung schreitet rasch fort und betroffene Hunde müssen aufgrund des meist schweren Muskelschwunds in einem Alter von ca. 6-18 Monaten eingeschläfert werden. Somit kann man davon ausgehen,das sich lediglich Träger in der Zucht befinden. Diese Erkrankung wird beim Landseer monogen autosomal rezessiv nach folgendem Vererbungschema vererbt.

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Die Anwendung von molekular genetischen Tests in der Hundezucht erfordert immer einen umsichtigen Umgang mit den Ergebnissen von Anlageträgern . Durch die leider oft schreckliche menschliche Eigenschaft, Hunde die Anlageträger einer Mutation sind mit einem geringeren „ Zuchtwert “ zu belegen..... ja sogar Zuchtverbote auszusprechen, kam es bereits bei anderen Rassen dazu das betroffene Linien zwar schnell aus der jeweiligen Zucht eliminiert wurden, aber eben auch das mutationsfreie Linien viel zu verstärkt in der jeweiligen Zucht eingesetzt wurden. Dadurch verlieren Rassen aber ihre genetische Diversität und andere vielleicht bis dahin noch nicht entdeckte bzw. weniger bekannte Erbfehler können auf diese Weise zum Vorschein kommen und sich dann in der verbleibenden Population verankern.

Da wir uns der Gesunderhaltung dieser Rasse als Züchter im VLD verpflichtet fühlen, dessen Hauptziel die Förderung und Erhaltung eines gesunden Rassebestandes ist, sahen wir uns in der Pflicht unsere eigenen Hunde freiwillig wie auch damals bei der degenerativen Myelopathie, auf diese schlimme Erkrankung testen zu lassen.Dabei stellt sich heraus das unsere Dakota Anlageträgerin der Muskeldystrophie , demnach mischerbig ( heterozygot )für die Mutation ist. Ebenfalls nachgewiesen wurde diese Mutation bei ihrem Vater Bosso , dessen Ahnen durchaus Rückschlüsse auf einen bereits betroffenen Muskeldystrophie Wurf  im Jahre 2010 im Ausland zulassen. Chimana, Galina, Ida-Maya und Hanna ( Dakota´s Tochter ) tragen diese Mutation nicht und können im Gegensatz zu Dakota, auch nur das gesunde Allel an ihre Nachkommen weiter vererben.

Durch die autosomal rezessive Vererbung der Muskeldystrophie beim Landseer, kann es durch Verpaarungen gesunder Tiere zur Geburt kranker Tiere kommen, allerdings nur wenn beide Elterntiere Anlageträger dieser Mutation sind. Gerade durch die Zucht mit klinisch unauffälligen Anlageträgern, wird das betroffene Allel auch über einen langen Zeitraum unbemerkt weiter verbreitet und das Risiko das erkrankte Welpen geboren werden erhöht.

Der Landseer gehört zu einer seltenen Rasse bei der die Inzucht schon immer eine Rolle spielte, sei es durch die sehr kleine Gründerpopulation oder um einen wünschenswerten Rassestandard zu erhalten. Auch diese Tatsache führt leider ebenfalls auf Dauer zu einer Verarmung des Genpools und zum vermehrten Auftreten von genetischen Erkrankungen.

Dakota hat uns bereits zwei schöne, gesunde Würfe geschenkt und beide Väter sind zum Glück keine Anlageträger der Muskeldystrophie beim Landseer , so dass uns glücklicherweise Weise diese schlimme Erfahrung einen erkrankten Wurf zu haben erspart geblieben ist !

„GLÜCK GEHABT!“.

Ebenso wie bei der Auswahl unserer weiteren Zuchthündinnen unter anderem eben auch Dakotas Tochter Hanna. Für uns als langjährige Züchter sind diese Testergebnisse lediglich zuchtrelevant, beflügelt uns aber nicht zu „ Freudensprüngen “ oder dazu Dakota oder Bosso in irgendeiner Weise als „ als Zuchthunde zweiter Klasse“ zu sehen. Denn lediglich durch gezielte Verpaarungen der Zuchthunde  könnte dieses Risiko und eigentlichen „ Spiel mit dem Feuer “ umgangen werden und das Gen auf Dauer langfristig gesehen aus der Landseerpopulation eliminiert werden. Vorausgesetzt wäre dabei allerdings ein Umdenken und verantwortungsvoller und fairer Umgang mit der Information über Anlageträger und dessen Würfe ohne dessen „ Zuchtwert“ zu schmälern ! Ein Traum??  ----   Wir hoffen es persönlich nicht! --- Denn die Existenz von Trägern, egal welche erhöhen in einer gesunden Population die Variabilität des gesamten Genpools , welches für die Landseerzucht unabdingbar bleiben sollte und daher ein eigentliches Muss darstellt ! Allerdings sollten diese nur mit mutationsfreien Partnern verpaart werden. Somit wären wir in der Lage möglichst alle Zuchtlinien zu erhalten und demnach keine Linien zu selektieren oder eben auch zu verstärken.

Da uns das gesunde Überleben dieser wunderschönen Rasse am Herzen liegt, erhoffen wir uns hiermit viele Landseerfreunde vor allem aber die Züchter durch unsere Offenheit zu erreichen, aufzuklären und zum Nach – und Umdenken anzuregen.

Silvia & Edgar Abelius

 

    Untersuchungsergebnisse Bosso von des Baches Rauschen

 

    Untersuchungsergebnisse Chimana, Dakota, Galina, Hanna, Ida-Maya vom Kranenburger Bruch

 

Wissenschaftliche Studie der UNI Bern  und zusätzlich Muskeldystrophie beim Landseer

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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